Ökologische Liste Homberg (Ohm)
Grundsatzprogramm
Die Ökologische Liste Homberg (Ohm) fokussiert sich auf Nachhaltigkeit im Umgang mit allen Lebensgrundlagen sowie auf soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz. Dabei wollen wir ökologische Verantwortung in Wirtschaft und Gesellschaft verankern. Mit dem Ziel planetare Grenzen zu respektieren und eine lebenswerte Zukunft für alle zu sichern, auch und gerade für die Menschen vor Ort, basierend auf den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs). Daher wollen wir den Übergang zu erneuerbaren Energien naturverträglich fördern, Kreislaufwirtschaft unterstützen, Artenvielfalt schützen und besonders den Umgang mit unserem Grundwasser, dem Lebensmittel Nummer 1 so sorgfältig wie möglich gestalten. Die Grundsätze der Effektivität, Effizienz und des sorgsamen Umgangs mit allen Ressourcen stehen in allen Bereichen im Vordergrund. Diese Grundsätze sollen in möglichst vielen Bereichen unserer Stadt konkret angewendet und umgesetzt werden. Homberg, die Perle des Ohmtals, hat grundsätzlich gute Voraussetzungen, eine ökologische Modellstadt im Sinne einer lebensgerechten Zukunft zu werden. Dazu müssen die Chancen ergriffen und in der richtigen Weise umgesetzt werden. Unsere Themenfelder umfassen daher die unten folgenden. Wegen ihrer besonderer Wichtigkeit haben wir den Themen Ökologie und Klima einen eigenen Block eingerichtet.
Unsere Themen
1. Haushalt & Finanzen
2. Daseinsvorsorge
3. Innenstadtentwicklung
4. Mobilität & Verkehr
5. Jugend & Soziales
6. Kunst, Kultur & Denkmalschutz
7. Ökologische Stadtentwicklung & Bauleitplanung
8. Katastrophenschutz & Freiwillige Feuerwehr
9. Stärkung der Demokratie
10. Folgen der A49 abmildern
11. Erhalt des Homberger Waldschwimmbades
Auf der Seite Ökologie und Klima finden Sie folgende Themen:
12. Erneuerbare Energien & Wärmeplanung
13. Erneuerbare Energien & Photovoltaikanlagen
14. Klimaschutz und Klimaanpassung
15. Naturschutz im Stadtwald
16. Geregelte Ausgleichsmaßnahmen
17. Insektenschutz & Lichtverschmutzung
18. Böden & Grundwasser
19. Reduktion des Flächenverbrauchs
20. Gewässer- & Hochwasserschutz,
Starkregenprophylaxe
21. Ökologische Landwirtschaft
22. Artenschutz (Fledermäuse, Vögel, Insekten etc.)
23. Pflege von (Feld-)Wegen & nicht landwirtschaft- lich genutzten Eigentumsflächen
1. Haushalt & Finanzen
Die Ökologische Liste Homberg (Ohm) fokussiert sich im Bereich Haushalt & Finanzen auf eine nachhaltige und effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen. Schulden sollen abgebaut, zukunftsorientierte Investitionen ermöglicht werden. Projekte werden nach Erfordernis strikt priorisiert. Eine unserer Kernforderungen beinhaltet den Schutz kommunaler Rücklagen sowie sparsame Verwaltungsausgaben.
❖ Der Stellenplan ist auf die notwendigen Aufgaben zu beschränken. Eine unnötige Aufblähung der Verwaltung durch den geplanten Umzug der gesamten Verwaltung in das Gebäude der ehemaligen Sparkasse lehnen wir ab. Stattdessen ist durch Forcierung der Digitalisierung der barrierefreie Zugang für Dienstleistungen der Verwaltung auszubauen. Schon im Hinblick auf den sich anbahnenden Fachkräftemangel durch die in den nächsten Jahren anstehende Berentung einiger Mitarbeiter ist dies erforderlich. Für die ältere Bevölkerung wird durch ein barrierefrei zugängliches Bürgerbüro Hilfe bei der Bearbeitung von Anträgen und Verwaltungsvorgängen sichergestellt. Dazu wird lediglich ein entsprechend großes und barrierefrei zugängliches Büro benötigt. Und nicht der Umzug der kompletten Stadtverwaltung. Dies macht unsere Landeshauptstadt Wiesbaden beispielhaft vor.
❖ Fehlermanagement bei Bauleitverfahren: Aus Fehlern muss gelernt werden. Daher sind Bauleitverfahren zukünftig so sorgfältig vorzubereiten, dass böses Erwachen und teure Rechtsfolgen vermieden werden. Hier gilt Sorgfalt vor übereilter Schnelligkeit. (Kauf-) Verträge sind im Vorfeld sorgfältig zu prüfen, damit teure Verfahren und Rechtskosten vermieden werden. Desaströse Entwicklungen wie bei der Sanierung des Burghains, dem Abrissverfahren für die ehemalige Grundschule in der Friedrichstraße oder den Baustopp beim Bau der Kita Nieder-Ofleiden und dem damit verbundenen Mehrgenerationen-Projekt sind durch sorgfältige Vorarbeit, statt übereilter und schlecht geprüfter Beschlüsse, zu vermeiden.
❖ Die Zahl der teuren Rechtsstreite ist zu reduzieren. Diese könnten durch Mediationsverfahren gesenkt werden. Grundsätzlich aber schon dadurch, dass Magistrat und Stadtverwaltung sich sorgfältig an bestehendes Recht halten [mit bestehendem Recht auseinandersetzen].
2. Daseinsvorsorge
In Deutschland ist die Daseinsvorsorge im ländlichen Raum grundlegend für gleichwertige Lebensverhältnisse. Sie umfasst Dienstleistungen und Güter, die für ein menschenwürdiges Leben als existentiell gelten.
Die Handlungsfelder lassen sich in folgende Infrastrukturbereiche aufgliedern:
Mobilität: Diesem Thema widmen wir ein eigenes Kapitel (Kapitel 4).
Gesundheit und Pflege: Existentiell ist eine gute Erreichbarkeit von Haus- und Fachärzten, Apotheken sowie eine flächendeckende Notfallversorgung und stationäre Einrichtungen. Daher unterstützen wir die gute Erreichbarkeit der neuen Hausarztpraxis in der Frankfurter Straße durch geeignete Parkplätze. Aus der Bevölkerung hören wir immer wieder, dass Möglichkeiten der Tagespflege bedarfsgerecht ausgebaut werden sollten. Die Arbeit der bestehenden Pflegedienste ist durch geeignete Rahmenbedingungen zu unterstützen.
Bildung und Soziales: Die Kita-Situation ist zu verbessern. Immer wieder hören wir von überlastetem Personal und hohen Krankenständen beim Kita-Personal. Dies ist durch ein geeignetes Qualitätsmanagement zu verbessern. Die hohe Fluktuation des Personals gilt es durch Bearbeitung der Gründe zu reduzieren.
Digitalisierung: Die Leistungen der Stadtverwaltung sind so weit wie möglich barrierefrei und bürgerfreundlich zu digitalisieren.
Barrierefreies Bürgerbüro: Besonders für die ältere Bevölkerung wird durch ein barrierefrei zugängliches Bürgerbüro Hilfe bei der Bearbeitung von Anträgen und Verwaltungsvorgängen sichergestellt. Dazu wird lediglich ein entsprechend großes und barrierefrei zugängliches Büro benötigt, kein Umzug der gesamten Stadtverwaltung. Eine unnötige Aufblähung durch den geplanten Umzug der gesamten Verwaltung in das Gebäude der ehemaligen Sparkasse lehnen wir ab. Stattdessen ist durch Forcierung der Digitalisierung der barrierefreie Zugang für Dienstleistungen der Verwaltung auszubauen. Schon im Hinblick auf den sich anbahnenden Fachkräftemangel durch die in den nächsten Jahren anstehende Berentung einiger Mitarbeiter ist dies erforderlich. Und nicht der teure Umzug der kompletten Stadtverwaltung.
Nahversorgung: Bei der Nahversorgung hat eine Zentralisierung auf den Ortsteil Ober-Ofleiden stattgefunden. Dies wurde verstärkt durch den Wegzug der beiden Banken in die Ohmstraße. Dadurch kommt es zu Versorgungslücken in der Kernstadt. Für viele ältere Menschen gestaltet sich das Aufsuchen der Banken jetzt schwierig. Für die Einwohner der Stadt und seiner Stadtteile hat die Erreichbarkeit der Dinge des täglichen Bedarfs jedoch einen sehr hohen Stellenwert. Die Geschäfte sind heute nicht mehr auf die Innenstadt konzentriert, sondern haben sich hauptsächlich in den Bereich "Sandäcker" und im Bereich "Ohmcenter" angesiedelt. Diese sind für viele Einwohner auch aus der Kernstadt fast nur mit einem Auto gut erreichbar. Die Geschäftsbetreiber haben hierfür ausreichend Parkmöglichkeiten selbst geschaffen. Für Menschen ohne motorisierte Fahrzeuge und für die der Weg mit dem Fahrrad oder zu Fuß nicht machbar ist, müssen wir kluge Wege einer vernetzten Mobilität finden. Sehen Sie sich hier unsere Lösungsvorschläge im Themenbereich Mobilität an.
Wo für Haus-, Fach- und Zahnärzte, Apotheken, Banken, Restaurants, Bildungseinrichtungen etc. keine Parkplätze in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, sollten sie geschaffen werden. Durch eine bessere Ausgestaltung und Vernetzung der öffentlichen Verkehsmittel mit dem Bürgerbus (on demand) sollte sich langfristig der Bedarf an Parkplätzen reduzieren lassen und die Erreichbarkeit der wichtigsten Orte der Daseinsvorsorge für die Bürger aller Stadteile gewährleistet sein.
3. Innenstadtentwicklung
Wir wollen eine Innenstadt, die wieder lebendiger wird. Eine Innenstadt, in der man gerne Zeit verbringt. Eine Innenstadt, die wichtige Daseinsvorsorge garantiert.
Schließungen von Traditionsgeschäften und Gastronomien, verändertes Kaufverhalten, insbesondere durch Online-Handel und veränderte Lebensgewohnheiten setzen unserer schönen Innenstadt zu.
Was können wir dafür tun, dass unsere Innenstadt wieder lebendiger wird?
1. Unterstützung neuer, mutiger Gewerbetreibender
Wir setzen uns dafür ein, dass mutige Gewerbetreibende, die in Homberg etwas Neues wagen möchten, unterstützt werden. Diese Unterstützung kann erfolgen durch Förderprogramme, Zuschüsse für Existenzgründungen, günstige Kredite in Kooperation mit Banken, Mietzuschüsse, Einrichtungszuschüsse, vergünstigte Gewerbeflächen in städtischem Besitz sowie ein Online-Leerstandskataster für Interessierte auch für Zwischennutzungen (z.B. Pop-up Stores, Ausstellungen, Vereine, Start Ups & Co-Working Spaces).
2. Unterstützung der bestehenden Geschäfte, Gastronomien und Unternehmen
Äußerst wichtig ist auch, dass die Gewerbetreibenden, die noch da sind, unterstützt werden. Wie können wir die Homberger*innen motivieren lokal zu kaufen? Etwa durch verstärktes Stadtmarketing für lokale Unternehmen, digitale Marktplätze wie zum Beispiel “kauf lokal Plattformen“. Weiterhin Unterstützung für den Bauernmarkt.
3. Regelmäßiger Dialog
Wir fordern den regelmäßigen Austausch mit den Gewerbetreibenden (Runder Tisch, Stammtisch). Explizit ist hier auch der Dialog mit dem Gewerbeverein zu nennen. Der Gewerbeverein setzt sich schon seit Jahren für unsere Innenstadt ein. Das Stadtfest in der Marktwoche, der lebendige Adventskalender und die Einführung des Ohmtalers sind wichtige Aktivitäten für unsere Innenstadt, die von Seiten der Stadt unterstützt werden sollen.
4. Unterstützung neuer Ideen von Bürger*innen und Vereinen
Neue Ideen von Homberger Bürger*innen oder Vereinen zur Belebung der Innenstadt sollten unterstützt werden, z.B. Treffpunkte für Bürger*innen (Genossenschaftskneipe, Dorfläden), Treffpunkte für Jugendliche, Veranstaltungen in der Innenstadt, vergünstigte Mieten für städtische Einrichtungen. Anregungen für neue Ideen sollen etwa durch Mitmachaktionen oder Ideenwettbewerbe geschaffen werden.
5. Aktive Vernetzung mit lokalen Sozialträgern
Wir setzen auf eine aktive Vernetzung mit lokalen Sozialträgern und der Stadt, um gemeinsam Projekte in der Jugendförderung, für Seniorinnen und Senioren sowie inklusive Projekte für Menschen mit Behinderung umzusetzen.
6. Grünflächen und Sitzgelegenheiten
Wir setzen uns ein für den Erhalt und die Erweiterung erholsamer Grünflächen und schöner Sitzgelegenheiten in der Innenstadt, damit Homberger Bürger: innen sich gerne in der Innenstadt treffen und sich wohlfühlend dort aufhalten können.
7. Ladesäulen für Elektrofahrzeuge und Fahrradparkplätze
Da in Zukunft immer mehr Elektrofahrzeuge im Umlauf sein werden, brauchen wir nicht nur am Walter-Seitz-Platz, sondern auch in unserer Innenstadt Ladesäulen für Elektrofahrzeuge. Anbieten würde sich das an den bestehenden Parkplätzen in der Innenstadt. Auch das Fahrradfahren wird seit der Corona-Pandemie immer beliebter. Wenn man aber mit dem Fahrrad etwas in der Innenstadt erledigen möchte, z.B. in ein Geschäft gehen möchte oder zum Friseur, gibt es keinen sicheren und nicht störenden Platz, um sein Fahrrad abzustellen. Deshalb setzen wir uns für Fahrradparkplätze in der Innenstadt ein. Aufgrund der Steigungen in unserer Gegend werden hier gerne E-Bikes genutzt. Somit wären auch Ladestationen für E-Bikes an den Fahrrad - Parkplätzen sinnvoll.
4. Mobilität & Verkehr
Im ländlichen Raum sind wir auf Mobilität angewiesen. Einkäufe, Arztbesuche oder andere Erledigungen sind häufig nur unter Nutzung eines Fahrzeuges möglich. Gleichzeitig wird die Bevölkerung insgesamt älter. Daher muss sichergestellt werden, dass Mobilität auch für Personen verfügbar ist, die kein eigenes Fahrzeug mehr fahren können. Aus diesem Grund sehen wir den Ausbau des Bürgerbuskonzeptes als äußerst wichtig an. Regelmäßige und zuverlässige Fahrten sind ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge gerade für ältere Menschen. Es gilt, ehrenamtliche Fahrer zu finden, die einen Bürgerbus on demand oder mit festen Routen mittelfristig sicherstellen können. Unter Bezugnahme auf die Initiative der evangelischen Kirche ist eine Vernetzung mit dem dort angebotenen ehrenamtlichen Begleitservice wünschenswert, damit auch Menschen mit Unterstützungsbedarf einen Arzt etc. aufsuchen können. Darüber hinaus könnte die Entwicklung einer Mitfahrapp dazu dienen, dass Mobilitätsbedürfnisse (Wege zur Arbeit, zum Arzt, zum Kino …) auch in Zukunft erfüllt werden. Carsharing-Konzepte sind zu unterstützen. Eine Vernetzung der Verkehrssysteme zwischen ÖPNV, Bürgerbus und Sharing-Möglichkeiten ist anzustreben. Alle Angebote sollen digital vernetzt sein, um einen nahtlosen Wechsel zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu ermöglichen. Generell sehen wir eine Entlastung der Innenstadt von ruhendem Verkehr als notwendig an, um den mobilen Durchfluss und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Daher befürworten wir Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr. Generell muss die Sicherheitslage für beide Gruppen erhöht werden. Besonders, wenn durch Stau auf den Autobahnen und am Ohmtaldreieck Blechlawinen durch die Kernstadt rollen. Wir benötigen mehr sichere Querungen für Fußgänger. Und sichere Radstreifen für Radfahrer. Sichere Fußgängerüberwege sind besonders am Kreisverkehr, am Ostring in Höhe Übergang Michelbachstraße sowie in der Marburger Straße in Höhe Bahnhofsstraße zu schaffen. In der Innenstadt sind Parkplätze für Fahrräder und Ladesäulen für E-Bikes wichtig, um für Radler das Ansteuern der Innenstadt attraktiver zu machen. Um Sicherheit und Lärmschutz für alle zu gewährleisten, halten wir eine regelmäßige Kontrolle des ruhenden und fließenden Verkehrs für sinnvoll. Auf den durchgehenden Landstraßen halten wir zur Lärmreduktion und zur Schonung unserer Straßen ein Tempolimit für LKW von 30 km/h oder 40 km/h für nötig. Städte wie Reiskirchen, Wiesbaden, Bad Homburg und viele andere hessische Städte zeigen, dass das möglich und sinnvoll ist. Für eine gute Anbindung nach außen Richtung Marburg - Gießen - Alsfeld halten wir langfristig die Reaktivierung der Ohmtalbahn für erstrebenswert. Selbst junge Menschen fragen danach. Und die Ohmtalbahn ist auch im neuen Regionalplan als zu sichernde Trasse enthalten. Generell halten wir eine Reduzierung des Autoverkehrs für erstrebenswert. Alle städtischen Möglichkeiten, die dazu führen können, sollten genutzt werden. Das sind in erster Linie Maßnahmen, die eine umweltgerechtere Mobilität unterstützen.
Und hier unsere kongreten Beispiele:
Für die Mobilität der Bürger muss der öffentliche Verkehr deutlich ausgebaut werden. Hierbei müssen Leuchtturmprojekte anderer ähnlich strukturierter ländlicher Bereiche angesehen und auf die aktuell bei uns vorhanden Strukturen angepasst werden
Für die Anbindung der Einwohner der Stadt Homberg (Ohm) an das überörtliche öffentliche Verkehrsnetz ist die Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Burg-Gemünden nach Kirchhain ein ganz wichtiger Weg. Hierfür muss man sich mit der Gemeinde Gemünden, Amöneburg und Kirchhain gemeinsam bemühen. Ein Vorbild könnte die Strecke von Marburg Brilon/Wald über Frankenberg und Korbach (RB97) mit seinen Bedarfshaltestellen sein.
Die bestehenden Busverbindungen richten sich nach dem Bedarf der Schülerbeförderung und wird von der Bevölkerung nicht angenommen.
Die zusätzlich bestehenden On-Demand-Verbindungen (Mobilitätsangebote auf Bestellung/Rufbus) bietet das Potenzial, Lücken im ländlichen ÖPNV zu schließen. On-Demand-Angebote werden derzeit aber nur von Einzelpersonen in Anspruch genommen. Voraussetzung für eine Verbesserung ist deren flexible Buchbarkeit, die genau auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abzustimmen sind. Diese „Fahrangebote auf Bestellung“ sollten künftig auch flexibel per App bis vor die Haustür buchbar sein. Die angebotene und offensichtlich durch den RMV derzeit noch priorisierte telefonische Variante stellt aus unserer Sicht ein Hindernis für die breit gefächerte Annahme dar und ist zudem nicht zukunftsfähig.
Die derzeitigen Streckenführungen müssen überprüft und neu gestalten werden. Hauptanfahrstellen müssen hierbei möglichst viele Orte der Daseinsvorsorge sein. Wo die direkte Anbindung durch die installierten Routen nicht möglich ist, sollte der ebenfall über die App buchbare Bürgerbus sein.
Für weitere Infos verweisen wir auf den Seite der Bundesministgeriums für Verkehr
Radwege:
Bei allen als Radwege gekennzeichneten Bereichen handelt es sich um Forstwege oder Wirtschaftswege. Letztere sind in fast allen Fällen nicht mehr in der als Flurstück ausgezeichneten Breite vorhanden. Die seitliche Ackernutzung läßt einen Begegnungsverkehr mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen oft nicht zu. Eine gegenseitige Rücksichtnahme ist hier und bei der illegalen Nutzung durch Kraftfahrzeuge nicht möglich. Die Feldwegesatzung und der teilweise auf großen Transparenten dokumentierte Stellenwert der Radfahrer macht Homberg zur vermutlich Radfahrerunfreundlichsten Stadt in Deutschland. Sie werden bei uns nur ausnahmsweise geduldet, wenn sie sich unterwürfig verhalten..
Für das Erreichen der Bereiche der Daseinsvorsorge und der Innenstadt sind keine gekennzeichneten Radwege vorhanden. Wegen der sehr hohen Gefährdung der Radfahrer müssen sichere Auswege gefunden werden. Der für den Bereich vom Ohm-Center bis zum Kreisel angedachte Radfahrseitenstreifen muss in ausreichender Breite ausgewiesen und gekennzeichnet werden. Da Erfahrungen zeigen, dass Autofahrer den Bereich bis zur Radstreifenkennzeichnung als den für sie reservierten Bereich in voller Breite nutzen und dabei den Überholmindestabstand von 1,5 Metern permanent unterschreiten. Es ist bei zu schmalen für Radfahrer ausgewiesenen Bereichen nachgewiesen, dass sich die Gefährdung erhöht. Die Innenstadt könnte von dem Radfernweg R6 in der Nähe des Eisenbahnviadukts über den Stadthallenplatz und weiterführend über "die Wegelchen" führen.
5. Jugend & Soziales:
Thema: Soziales: Zusammenhalt stärken, Menschen auffangen
In den vergangenen Jahren wurden viele Menschen durch die Corona-Krise, die sich ausbreitenden Kriege sowie die aktuell geplanten Einsparungen im sozialen Bereich stark belastet. Besonders den Kindern und Jugendlichen sind wir es schuldig, Hilfe und Unterstützung zu gewähren – und sie nicht ihrer Zukunft zu berauben. Auch ältere Menschen sowie Menschen mit Behinderung haben in diesen herausfordernden Zeiten stark gelitten. Viele Menschen leiden unter zunehmender Vereinsamung, verstärkt durch multiple Krisen, den Abbau von Sozialleistungen und die Auswirkungen sozialer Medien. In den Ortsteilen und der Kernstadt gibt schon einige gute Ansätze, diesen Entwicklungen entgegenzuwirken und Gemeinschaft zu stärken. Diese guten Ansätze gilt es zu stärken und zu vernetzen, auch zwischen den Ortsteilen. Die Ökologische Liste Homberg setzt sich deshalb für eine soziale, solidarische und gut vernetzte Stadt ein, in der niemand allein gelassen wird.
Unsere Ziele im Bereich Soziales:
♦ Stärkung der Vernetzung sozialer Einrichtungen
♦ Förderung sozialer und inklusiver Projekte
♦ Förderung der inklusiven Jugend-, Senioren- und Sozialarbeit
♦ Förderung der Gemeinschaften über die Ortsteile hinweg
Wir wollen die Zusammenarbeit und die Entwicklung gemeinsamer, generationenübergreifender Projekte zwischen Kindergärten, Krabbelgruppen, Schulen, weiterführenden Schulen, dem Familienzentrum, Seniorenheimen, Pflegediensten und weiteren sozialen Trägern fördern. Wo Begegnung möglich ist – etwa zwischen Kindern und älteren Menschen – profitieren alle Seiten voneinander. Daher begrüßen wir auch sinnvoll konzipierte Mehrgenerationen-Projekte.
Soziale Projekte brauchen verlässliche Unterstützung. Wir setzen uns für die Bereitstellung von finanziellen Mitteln, geeigneten Räumlichkeiten und organisatorischer Unterstützung ein – insbesondere für Projekte, die Einsamkeit entgegenwirken und Teilhabe ermöglichen. Öffentliche Begegnungsräume gilt es zu erhalten und zu stärken.
Wir setzen auf eine aktive Vernetzung mit lokalen Sozialträgern und der Stadt, um gemeinsam Projekte in der Jugendförderung, für Seniorinnen und Senioren sowie inklusive Projekte für Menschen mit Behinderung zu entwickeln und umzusetzen.
Unser schönes Freibad muss unter allem Umständen erhalten bleiben. Es ist eines der wenigen Freizeitangebote vor Ort und ein wichtiger Raum für Begegnung, Bewegung und soziales Miteinander – für Jung und Alt. Wir setzen uns für eine Neuregelung der
Öffnungszeiten ein, die den Familien und Arbeitnehmern besser gerecht wird. Insgesamt begrüßen wir eine Neukonzeption und Attraktivierung des Badebetriebs.
6. Kunst, Kultur & Denkmalschutz
Um die Aufenthaltsqualität der Innenstadt attraktiver zu machen, können Kunst und Kultur einen wichtigen Beitrag leisten. Ihre Ästhetik trägt oft unbewusst, jedoch wirksam zu unserem Wohlgefühl bei. Kunst und Kultur können als Identitätsstifter und soziale Treffpunkte wirken, die den Strukturwandel der Innenstadt zu einem multifunktionalen Aufenthaltsraum gestalten können. Und multifunktional wird die Innenstadt der Zukunft sein müssen.
Daher greifen wir unsere vor Jahren bereits vorgeschlagene Idee eines Kunstpfades für die Ohmstadt auf. Analog der Konzeption des Welcker-Wiesen-Weges stellen wir uns dabei einen Pfad durch Homberg vor, der zum Schloss hin eine Reihe von Kunstwerken regionaler Kunstschaffender präsentiert. So könnte auch ein Kunst-Wanderweg entstehen. In enger Kooperation mit den ortsansässigen Kunstschaffenden. In diesem Kontext ist auch das Angebot von Kunstworkshops denkbar.
Für die existierenden Leerstände in der Innenstadt böte sich die Etablierung eines Kunst-Cafés an, insbesondere für die demnächst leerstehenden Räume der Buchhandlung. Aus unserer Sicht sind es gerade die Alleinstellungsmerkmale, die für eine Innenstadt interessant wirken.
Denkmäler zu neuem Leben erwecken
Unsere Denkmäler, die Sinnbilder unserer Vergangenheit, sind häufig Identifikationsorte und verbinden uns und unser Leben mit der Stadtgeschichte. Daher stehen wir für den Erhalt vorhandener Kulturdenkmäler. Sie gilt es zu erhalten und in einem neuen Gewand mit neuem Leben zu füllen. Das gilt vor allem für unseren historischen Bahnhof und die alte Grundschule in der Friedrichstraße, mit der Generationen von Homberger: innen durch ihre Schulzeit verbunden sind. Und für deren Erhalt sich im Rahmen des erfolgreichen Bürgerbegehrens 2015 eine überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ausgesprochen hat. Die ortsbildprägende Ohmbrücke an der Sandmühle ist einer regelmäßigen Brückenprüfung zuzuführen, um ihren Erhalt zu sichern. Das älteste Haus der Stadt, das Mechthold-Haus, stört im derzeitigen Zustand das schöne Ensemble auf dem Marktplatz. Es wäre wünschenswert, mit dem Eigentümer in Gespräche einzutreten, um das Haus einer förderbasierten Sanierung zuzuführen und eine weitere Perle für unser schönes Homberg entstehen zu lassen.
7. Ökologische Stadtentwicklung & Bauleitplanung
Es ist eine deutliche Reduzierung der geplanter Gewerbe- und Wohnbauflächen bei einer optimierten Nutzung im Innenbereich (Nachverdichtung) und den Leerständen in den Ortsteilen anzustreben.
Um dem fortschreitenden Klimawandel und der Biodiversitätskrise zu begegnen, sollen Klima- und Naturschutz stärker in die städteplanerischen Entwicklungen der Stadt Homberg (Ohm) einfließen. Ökologische Leitlinien sollen in Bebauungsplänen und Flächennutzungsplänen verankert werden.
Hier die zentralen Bausteine:
1. Klimaanpassung & Wassermanagement - “Schwammstadt-Konzept”
- Starkregenvorsorge: Festsetzung von Versickerungsflächen und Dachbegrünung in neuen Bebauungsplänen, um das Kanalnetz bei Extremwetter zu entlasten.
- Schutz der Ohm-Auen: Rigerose Freihaltung der Überschwemmungsgebiete von jeglicher Bebauung.
- Renaturierung der Ohm gemäß den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie.
2. Nachhaltiges Bauen & Energie
- Solaranlagen auf allen geeigneten Flächen in neuen Gewerbe- und Wohngebieten.
- Verwendung ökologischer Baustoffe bei städtischen Bauvorhaben, etwa bei der Sanierung von öffentlichen Gebäuden.
- Klimaneutrale Wärme: Planung von Quartierslösungen mit Wärmenetzen auf Basis erneuerbarer Energien.
- Schaffung eines Energieparks am Roten Berg zur autonomen und dezentralen Versorgung der Homberger Bevölkerung mit Energie.
3. Flächenschutz & und Innenentwicklung
- Innen- vor Außenentwicklung: Brachflächen reaktivieren und Baulücken schließen, bevor neue “Grüne Wiese”-Gebiete ausgewiesen werden. Anwendung der bestehenden Baulücken- und Leerstandskatasters.
- Flächenfraß stoppen. Verbindliche Ziele zur Reduzierung der Neuversiegelung im Stadtgebiet festlegen.
- Verbot von Schottergärten. Entwicklung einer Gestaltungssatzung für lebendige Gärten und heimische Bepflanzung als verpflichtend für die öffentlichen Flächen der Stadt Homberg (Ohm).
4. Verbindung zum Katastrophenschutz
- Sicherheitsabstände einhalten. Bauleitplanung muss Waldbrandgefahren berücksichtigen. Schutzstreifen zwischen Wald und Wohnbebauung.
- Infrastruktur für die Feuerwehr: Sicherstellen von Löschwasserteichen etc. und ausreichend breiten Zufahrten bei Nachverdichtung im Bestand.
- Nutzung des Hessischen Portals für Bauleitplanung, um alle Planungsverfahren transparent und unter Berücksichtigung des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 durchzuführen.
8. Katastrophenschutz und Freiwillige Feuerwehr
Zuerst unser großer Dank an unsere Freiwilligen Feuerwehren Zuallererst wollen wir den Homberger Freiwilligen Feuerwehren unseren großen Dank und Respekt für ihre hervorragende Arbeit aussprechen! Was die ehrenamtlichen Helfer allein im letzten Jahr bei Unfällen rund um das Ohmtaldreieck, auf der A49 und der A5 geleistet haben, ist herausragend! Und wenn auch bislang keine öffentlichen Beschwerden wegen möglicher Überlastungen zu hören sind, so ist doch langfristig darauf zu achten, dass die Wehren nicht überlastet werden. Daher fordern wir vor allem weitere Maßnahmen von allen Zuständigen, um die Unfallhäufigkeit rund um das Ohmtaldreieck und auf der A49 zu senken. • Für die Feuerwehren haben wir stets beste Ausstattungen unterstützt. Wer in einem Einsatz unter Umständen sein Leben gefährdet, muss bestens ausgerüstet sein. Was die Einsätze auf der A49 betrifft, so fordern wir schon in unseren letzten Haushaltsreden, dass die privaten Betreiber der A49 sich an den Kosten beteiligen. Es ist nicht einzusehen, dass private Betreiber die Einnahmen aus dem Betrieb der Autobahn erzielen, während die Homberger Stadtkasse und damit unsere Bürger*innen die Ausstattung der Feuerwehren hierfür bezahlen. Hier muss das Prinzip gelten: Wer bestellt, bezahlt! Angesichts des voranschreitenden Klimawandels werden die Feuerwehren stetige Zusatzaufgaben bewältigen müssen. Hierfür müssen sie bestens ausgebildet und ausgerüstet werden. Wir wollen daher die Ausrüstung für technische Hilfeleistungen bei Umweltkatastrophen (z.B. nach Hochwasser- oder Sturmschäden) verbessern. In der Vergangenheit trägt bereits ein Antrag auf eine Ausstattung der Stadt Homberg mit Notstrom-Aggregaten bei Stromausfall unseren Namen, wenngleich noch unter einem anderen politischen Label. Wir unterstützen die Nachhaltigkeit im Feuerwehrbetrieb • Durch umweltfreundliche Beschaffung: Bei neuen Feuerwehrfahrzeugen soll auf moderne, effiziente Motoren oder alternative Antriebe geachtet werden. • Ökologische Löschmittel: Der Einsatz von umweltschonenden Löschmitteln soll Grundwasser und Böden weniger belasten. • Energieeffiziente Gerätehäuser: Sanierung und Bau von Feuerwehrhäusern sollen unter ökologischen Standards erfolgen. (Photovoltaik, Wärmedämmung) Wir wollen das Ehrenamt stärken durch • Mehr Wertschätzung der freiwilligen Feuerwehren, die ehrenamtlich die Sicherheit unserer Stadt gewährleisten. Dazu gehören auch freie Eintritte für Homberger Einrichtungen wie das Schwimmbad. • Schulung im Umweltschutz: Fortbildung der Einsatzkräfte für Gefahrguteinsätze, um Stoffaustritte in die Natur zu verhindern. • Gute Vernetzung von Feuerwehr und Naturschutzbehörden, z.B. bei Waldbrandgefahren, in Trockenperioden etc. • Unterstützung der Jugendfeuerwehr: Förderung, um junge Menschen für Umweltschutz und Sicherheit zu begeistern. Klimafolgenanpassung und Hochwasserschutz Die Stadt Homberg (Ohm) kann zur Anpassung und Prävention sehr viel selbst tun: • Natürlichen Hochwasserschutz fördern: Förderung der Rückhalteflächen und Renaturierung der Ohm, um Feuerwehreinsätze bei Starkregen zu reduzieren. Der Schutz der Auen wirkt als natürlicher Puffer. • Starkregen-Risikomanagement: Wir fordern seit Jahren eine intensive Analyse der Gefahrenzonen im Stadtgebiet Homberg (Ohm) sowie die Stärkung des Hochwasserbewusstseins in den politischen Gremien und der Bevölkerung. Ein entsprechender Antrag auf Erstellung von Starkregenkarten trägt unsere Unterschrift, wenngleich noch unter einem anderen politischen Label. Da unser Antrag noch nicht umgesetzt ist, werden wir ihn in der kommenden Legislaturperiode wieder aufgreifen. • Waldbrandprävention durch ökologische Bewirtschaftung des Stadtwaldes zur Minimierung von Brandgefahren.
9. Stärkung der Demokratie
Um Demokratie zu fördern, legen wir einen starken Fokus auf Transparenz und Bürgerbeteiligung sowie die Verknüpfung der lokalen Umweltpolitik mit demokratischen Werten. Der Intransparenz der letzten Jahre bei wichtigen Projekten und der Hinterzimmer Politik wollen wir ein Ende machen. Es kann nicht sein, dass bei Projekten wie der Kita Nieder-Ofleiden selbst den Stadtverordneten wichtige Vertragsbedingungen nicht bekannt sind, und sie von bestehenden Schwierigkeiten aus der Zeitung erfahren. Es kann nicht sein, dass bei Projekten wie der Gründung einer Energiegenossenschaft Homberg (Ohm) Posten-Geschacher im Hintergrund abläuft und Positionen durch überstürzt abgestimmte Verträge besetzt werden sollen. Es kann nicht sein, dass der Landerwerb Am Roten Berg für das geplante Gewerbegebiet mit den Landbesitzern zu unterschiedlichen Konditionen verhandelt wird, Es kann nicht sein, dass dabei Mandatsträger aus den politischen Gremien der Stadt Homberg (Ohm) oder ihre Familienangehörigen mit besonderen Vorteilen versehen werden. Dies alles schwächt unsere Demokratie und gefährdet den Rechtsstaat.
Es kann nicht sein, dass ein Bürgerbegehren wie das im Jahr 2015 zum Erhalt der alten Grundschule in der Friedrichstraße vollkommen missachtet wird! Dies kommt einer Missachtung und Verhöhnung der Homberger Bevölkerung gleich.
Es kann nicht sein, dass ein Akteneinsichtsausschuss durch seinen Vorsitzenden und die Mehrheit seiner Mitglieder durch respektlose Missachtung ihrer Kontrollfunktionen (HGO) die demokratischen Regeln und die Gewaltenteilung aushebelt und damit der Verschleierung von Tatsachen dient, die zum Schaden der Homberger Bevölkerung sind.
Wir fordern daher:
- Die Veröffentlichung von Bau- und Projektunterlagen – besonders bei umstrittenen Verträgen oder Investitionen -, um jeglicher Klüngelei vorzubeugen.
- Verbindliche Umsetzung von Bürgerentscheiden.
- Einen ökologischen Haushalt: Verwendung von Methoden, um zu prüfen, wie Haushaltsposten auf Klima- und Umwelt- schutz wirken.
- Stärkung des Ehrenamts: Förderung von Initiativen, die den Zusammenhalt in Homberg stärken.
- Fairness in den Gremien: Die Umsetzung einer demokratischen und sachlichen Diskussionskultur in der Stadtverordneten- versammlung statt der Unterdrückung oppositioneller Meinungen und Standpunkte.
- Die Neutralität des Stadtverordnetenvorstehers und der Ausschuss-Vorsitzenden statt manipulativer Sitzungsleitung.
- Gesetzliche Aufgaben wahrnehmen: Die Aufgaben der Stadtverordnetenversammlung gemäß HGO umsetzen statt Unterlaufen der Kontrollaufgaben wie bei der Durchführung des Akteneinsichtsausschusses zum Abbruchverfahren für die alte Grundschule in der Friedrichstraße. Gewaltenteilung schützen.
- Verzahnung von Ökologie & Sozialem: Stärkung der Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen und Organisationen für ein nachhaltiges Homberg.
10. Folgen A49 abmildern
Die A49 bringt neben Vorteilen auch erhebliche negative Folgen für Homberg (Ohm) mit sich. Primär durch erhöhte Lärm- und Schadstoffbelastungen sowie massiven Verlust landwirtschaftlicher Flächen, Zerstörung der Natur und Gefährdung der Oberflächengewässer und des Grundwassers durch Versickerung und Ableitung von Schadstoffen und Eintrag von Mikroplastik (Reifenabrieb) in die Umwelt. Hinzu kommt ein erhöhtes Verkehrsaufkommen durch Zubringerfunktionen. Bereits im ersten halben Jahr waren auf der A49 und am Ohmtaldreieck mehr als hundert Unfälle zu verzeichnen. Dadurch wurden Umgehungsverkehre produziert, die den Verkehrsfluss durch die Homberger Kernstadt oft zum Erliegen gebracht haben. Hier gilt es, Abhilfe zu schaffen.
Presse:
»Karawane durch Homberg«
Über 100 Unfälle am Ohmtaldreieck nach Freigabe der A49
Durch die Herabstufung der Kreisstraße 56 zwischen Maulbach und Wäldershausen sowie der Kreisstraße 54 zwischen Appenrod und Dannenrod zu Gemeindestraßen kommen auf die Stadt Homberg massive Kosten für Instandhaltung und Sanierung zu. Die K54 wurde vom Magistrat der Stadt Homberg (Ohm) in einem dermaßen desolaten Zustand übernommen, dass eine Verkehrssicherheit auf weitere 5 Jahre nicht mehr gegeben scheint. Das jedoch war Voraussetzung für die Übernahme und es ist unverständlich, dass der Homberger Magistrat sich an diese Vorgabe nicht gehalten hat. Denn dies ist zum finanziellen Schaden der Homberger Bevölkerung., da auf die Stadtkasse bei der Sanierung der K54 Kosten in Millionenhöhe zu kommen.
Unsere Forderungen:
- Regelmäßige Kontrolle der Lärm- und Schadstoffem ssionen: Lärm- und Schadstoffwerte sind regelmäßig zu messen. Bei Überschreitung von Grenzwerten ist unverzüglich gegenzusteuern.
- Regelmäßige Kontrolle der Verkehrszahlen: Der Verkehr auf den Zubringerachsen und durch die Kernstadt Homberg ist regelmäßig zu zählen.
- Die Beeinträchtigung der Lebensqualität ist durch Maßnahmen des Lärmschutzes, Senkung der Abgasemissionen sowie
Reduzierung der Ausweichverkehre durch die Stadt Homberg zu senken. Dabei sind worst-case Durchgangssperren über
den Vogelsbergkreis zu beantragen.
- Für LKW ist ein Tempolimit von 30 km/h auf allen Durchgangsstraßen durch die Stadt Homberg (Ohm) anzuordnen.
- Die Kosten für die Sanierung der K54 sind wie planerisch vorgesehen dem Vogelsbergkreis aufzuerlegen. Der Magistrat
wird aufgefordert, dies mit dem Vogelsbergkreis entsprechend zu regeln.
- Aufgrund des massiven Flächenverlustes und der Zerstörung der Natur für den Bau der A49 muss der Schutz der
vorhandenen Böden sowie der Natur besonderes Gewicht haben.
- Die Oberflächengewässer (Ohm, Diebachsgraben ...) sind gemäß den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL)
regelmäßig auf Verschlechterung zu überprüfen. Bei einer Verschlechterung sind sofortige Gegenmaßnahmen zu
ergreifen.
- Die Trinkwasserqualität der Homberger Tiefbrunnen ist auf spezifische Rückstände wie Mikroplastik u.a. regelmäßig zu
überprüfen. Bei Überschreitung von Grenzwerten sind sofortige Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Grundsätzlich:
Die politischen Mehrheiten in Bund und Land setzen immer noch auf den vorrangigen Bau von Fernstraßen. Hierbei werden selbst für die Reparatur von Schäden an bestehenden Straßen Gelder umgewidmet. Die finanziellen Mittel stammen aus dem sogenannten Sondervermögen, das in Wirklichkeit eine Häufung von Schulden ist, die die nächsten Generationen fast handlungsunfähig machen. Dabei ist u.a. durch die vom Klimabeirat in Auftrag gegebene Studie der TU Dresden längst nachgewiesen, dass der fest geplante Ausbau von Fernstraßen das Aufkommen des Autoverkehrs fördert und den CO2-Ausstoß um fünf Prozent fördert. Die gigantische nicht ausgleichbare Naturzerstörung reduziert weiter die Biodiversität. Noch schlimmer ist die Geisterfahrt jedoch durch die Rückstellung wichtiger Ausbaumaßnahmen von fertig geplanten Bahnstrecken. Daher befürworten wir generell den Ausbau des ÖPNV gegenüber neuen Straßen.
11. Erhalt des Homberger Waldschwimmbades
Unser schönes Freibad, das viele Homberger und sogar über die Stadtgrenzen hinaus viele Besucher aus den Landkreisen Marburg-Biedenkopf und Gießen anzieht, muss unbedingt erhalten bleiben.
Die Erhaltung des Freibads sollte nicht nur als Kostenfaktor gesehen werden, sondern als Investition in die Zukunft von Homberg.
Das Freibad bietet für alle Altersgruppen einen wichtigen Ort für Bewegung, Begegnung und soziales Miteinander. Gerade in Zeiten von Social Media, zunehmender Vereinsamung und Bewegungsmangel gewinnt es immer mehr an Bedeutung. Zudem sind viele Kinder heute nicht mehr in der Lage, sicher schwimmen zu lernen. Deshalb ist der Erhalt und die Stärkung öffentlicher Bäder eine kommunale Pflicht und kein verzichtbarer Luxus.
Ob es z.B. die Frühschwimmer sind oder Kinder- und Jugendlichen nach der Schule oder in den Sommerferien. Es sollte für alle faire Preise geben und Öffnungszeiten, die alle diese Gruppen bedienen.
Da ein Freibad für eine Stadt einen erheblichen Kostenfaktor darstellt, könnte über neue Konzepte zum Betrieb des Schwimmbads nachgedacht werden. Dazu ist aktuell bereits ein Fragebogen der Stadt Homberg auch online im Umlauf.